Erfahrungsbericht einer Fachärztin für Viszeralchirurgie
Fachrichtung: Viszeralchirurgie
Position während der Schwangerschaft: Fachärztin
Ich habe meine Schwangerschaft meinem Chefarzt sofort inoffiziell gemeldet, damit er ggf. bereits Vorstellungsgespräche führen kann, um schnell einen Ersatz einzustellen, der Dienste übernimmt. Nach etwa 12 Wochen haben wir die Schwangerschaft dem Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) online gemeldet. Zudem habe ich meine Schwangerschaft der Verwaltung gemeldet. Wir haben die Arbeit mit Gasnarkosen, den Kontakt zu infektiösen Patienten sowie Nachtarbeit/Dienste eingestellt. Das hat alles super geklappt. Ich konnte bis zum letzten Tag der Schwangerschaft in jede OP, die ich wollte und habe regelmäßig kurze "Pinkelpausen" eingebaut. Bei einem Whipple von etwa 6 Stunden habe ich mindestens eine Pause gemacht.
Die Vorstellung beim Betriebsarzt bzw. -ärztin habe ich verweigert, da ich dazu nicht verpflichtet bin und erfahrungsgemäß dadurch mehr Hürden als Hilfe resultieren. Weder mein Chef noch ich haben jemals etwas vom Land NRW gehört.
Für mich und meine Ausbildung hat es ideal funktioniert. Zudem wurde einen Monat nach meiner Bekanntgabe der Schwangerschaft eine Jungassistentin eingestellt, da ich keine Dienste mehr gemacht habe und eine Honorarkraft (für die Dienste) deutlich teurer gewesen wäre. Somit haben auch meine Kollegen nicht lange meine Schwangerschaft kompensieren müssen.